Die Alpen

Die Alpen sind das höchste und umfangreichste Gebirgssystem in Europa und erstrecken sich über knapp 1.200 Kilometer in acht Alpenländern: Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Liechtenstein, Monaco, Slowenien und der Schweiz. Sie sind geografisch wichtig, machen 11% der europäischen Oberfläche aus und haben großen Einfluss auf das Klima.
Auf der ganzen Welt erhöht der Klimawandel das Risiko extremer Wetterereignisse mit intensiveren Regen- und Schneefällen, häufigeren und intensiveren Hitzewellen und längeren Dürren. In den Alpen sind die Auswirkungen des Klimawandels noch extremer und spürbarer als in anderen Regionen.

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Alpen in Zahlen

+2 Grad

Alle Regionen der Alpen sind deutlich wärmer als früher. Die oberflächennahe Lufttemperatur ist in den letzten 150 Jahren um ca. 2 ° C gestiegen – ein deutlich größerer Anstieg als der weltweite Durchschnitt. Neun der zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen liegen im 21. Jahrhundert.

Sonneneinstrahlung

Seit 1980 hat der Sonneneinstrahlung in den Alpen um 20% zugenommen, was zusammen mit dem sogenannten Rückkopplungseffekt die globale Erwärmung noch verstärkt: Wie ein Spiegel reflektieren die Gletscher die Sonnenenergie. Wenn die Oberfläche des Spiegels verkleinert wird, verringert sich auch der Reflexionsgrad und die Sonne erwärmt den Planeten noch mehr.

Regen

Starkniederschläge sind intensiver und häufiger geworden. Die Sommerniederschläge in den Alpen werden abnehmen, während die Winterniederschläge zunehmen. Diese sich ändernden Niederschlagsmuster erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Überschwemmungen und verheerenden Ereignissen. Im Umkehrschluss werden die Sommer trockener und wärmer und die Alpen sind Waldbränden und Dürre ausgesetzt.

Schneetage

Von 1960 bis 2017 verkürzte sich die alpine Schneesaison um 38 Tage. Sie beginnt durchschnittlich 12 Tage später und endete 26 Tage früher als normal. Europa erlebte in der Saison 2015/16 den wärmsten Winter aller Zeiten. Die Schneedecke in den südfranzösischen Alpen betrug nur 20% der typischen Menge.

Gletschervolumen

Die Alpen haben eine permanente Schneedecke über 2750 Meter über dem Meeresspiegel und viele Gletscher. Leider befindet sich die überwiegende Mehrheit dieser Gletscher auf dem Rückzug. Sie haben seit 1900 etwa die Hälfte ihres Volumens eingebüßt, und seit den 1980er Jahren ist eine deutliche Beschleunigung festzustellen.Es wird erwartet, dass der Rückgang der Gletscher auch in Zukunft anhält, was Auswirkungen auf die Süßwasserversorgung und das Abflussregime, die Flussschifffahrt, die Bewässerung und die Stromerzeugung haben wird.

Vegetationsperiode

Die europäischen Alpen beherbergen über 4400 wilde Pflanzenarten, von denen rund 800 ausschließlich alpine Arten sind. An den höheren Hängen oberhalb der Baumgrenze gibt es eine Vielzahl von endemischen und gefährdeten Arten. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts haben sich die europäischen Pflanzenarten möglicherweise hunderte von Kilometern nach Norden verlagert und 60% der Bergpflanzenarten sind möglicherweise vom Aussterben bedroht.

Hitzewellen

Während der Hitzewelle können die Temperaturen auch in einer Höhe von 4.600 bis 4.800 Metern (höher als fast alle Gipfel der Alpen) den Gefrierpunkt überschreiten und damit den Permafrost zum Schmelzen bringen. Risse zwischen den Granitblöcken sind seit Jahrtausenden mit Eis gefüllt und halten den Fels zusammen. Theoretisch sollten höhere Gebirgsketten wegen der negativen Temperaturen dauerhaft gefroren sein. Mit dem Anstieg der Temperaturen neigt das Eis, das die Schichten zementiert, zum Schmelzen, wodurch das Gestein instabil und eine Zunahme der Häufigkeit und des Volumens von Felsstürzen erzeugt wird.

Quellen

Das National Centre for Climate Services in der Schweiz, Europäische Umweltagentur, European Alpine Seed Conservation Network